No Budgeting

Performance Management without Traditional Budgeting

Testen Sie das neue GPS auf Basis traditioneller Budgetierung!

von Wolf-Gerrit Benkendorff

Testen Sie das neue Navigationssystem für Ihr Auto! Es nutzt die praxiserprobten Prinzipien der traditionellen Budgetierung und sorgt so für ein unvergessliches Fahrerlebnis. Im Folgenden werde ich aufzeigen, warum das Traditionelle BudgetierungsSystem (kurz «TBS») herkömmlichen Navigationssystemen deutlich überlegen ist.

Vor Beginn der Fahrt

Herkömmliche Navigationssysteme und das neue TBS besitzen eine Reihe von Gemeinsamkeiten:

Bei beiden Geräten wird vor Beginn der Fahrt das Ziel eingegeben. Daraufhin ermittelt das System eine Route (Planung) und berechnet die erwartete Fahrtzeit und Distanz zum Ziel (km-Budget, Zeit-Budget). Die aktuelle Verkehrslage wird bei der Kalkulation von Fahrtzeit und Distanz selbstverständlich berücksichtigt.

Das TBS bietet vor der Abfahrt drei wichtige Zusatzfunktionen:

Statt alternative Routen vorzuschlagen, die sich in Fahrzeit und Distanz unterscheiden (z.B. kann bewusst eine längere Fahrzeit und Distanz in Kauf genommen werden, um «Staustrecken» zu vermeiden und so das Risiko von Verspätungen zu senken), schlägt das TBS genau eine einzige Route vor. Das löst beim Fahrer ein beruhigendes Gefühl aus. Wenn scheinbar keine alternativen Routen existieren, dann hat man mit Sicherheit die richtige Route gewählt («Sicherheitsfunktion»).

Das TBS möchte die Erwartungen des Fahrers übertreffen. Deshalb soll der Fahrer grundsätzlich vor der berechneten Zeit sein Ziel erreichen. Zu diesem Zweck verwendet das TBS einen internen Zeitpuffer, der zur erwarteten Fahrzeit addiert wird («Puffer-Funktion»).

Der Fahrer hat die Möglichkeit, die vom TBS vorgeschlagene (aufgrund des Zeitpuffers konservative) Fahrzeit manuell zu übersteuern («Stretch-Funktion»). Wird die Stretch-Funktion aktiviert, wird vom TBS gleichzeitig die automatische Prüfung der Einhaltung von Verkehrsregeln deaktiviert.

Das erste Viertel der Strecke ist geschafft

Während der Fahrt aktualisieren herkömmliche Navigationssysteme auf Basis neuer Verkehrsinformationen laufend die verbleibende Fahrzeit zum Ziel (Forecast).

Auch hier kann das TBS mit zusätzlichen Funktionen punkten:

Nach einem Viertel der Strecke (Forecast 1) übermittelt das TBS dem Fahrer grundsätzlich die Information, dass er wie geplant unterwegs ist und auf die Minute genau sein Ziel erreichen wird («Beruhigungs-Funktion»). Parallel ermittelt das TBS intern die tatsächlich erwartete Ankunftszeit. Ist der Fahrer langsamer als geplant unterwegs, spekuliert das TBS darauf, dass diese Verspätung auf den verbleibenden drei Vierteln der Strecke aufgeholt werden kann («Hoffnungsfunktion»). Ist der Fahrer schneller als geplant unterwegs, wird die Zeitersparnis dem internen Zeitpuffer zugeführt.

Stau – eine neue Route wird geplant

Zeigt der Forecast grössere Störungen (Stau, Strassensperrung etc.), dann ermitteln herkömmliche Navigationssysteme alternative Routen (Neuplanung) zum Ziel. Wird eine alternative Route gewählt, wird der Fahrer im Anschluss laufend über die verbleibende Fahrzeit zum Ziel (Forecast) auf dieser neuen Route informiert.

Das TBS macht dem Fahrer auch hier das Leben leichter:

Eine Unterscheidung zwischen Forecast (erwartete Ankunftszeit auf der aktuellen Route) und Neuplanung (Änderung der aktuellen Route) wird nicht vorgenommen. Lediglich die verbleibende Fahrzeit und Distanz zum Ziel wird aktualisiert. Gründe der Aktualisierung (Störungen auf der aktuellen Route oder eine Änderung der Route) werden dem Fahrer bewusst vorenthalten («Vereinfachungsfunktion»).

Das TBS liefert dem Fahrer regelmässig Informationen darüber, in welchem Umfang er bisher in Fahrzeit und Distanz von der ursprünglichen Routenplanung abgewichen ist. Unabhängig davon, ob er immer noch auf dieser Route unterwegs ist oder nicht. Durch Anpassung der Geschwindigkeit und Änderung der Route kann der Fahrer versuchen, diese Abweichungen zu korrigieren. Informationen über die verbleibende Fahrzeit zum Ziel sind für das TBS weniger wichtig. Deshalb werden Sie deutlich seltener angezeigt.

Das Ziel ist in Sicht

Nach etwa drei Vierteln der Strecke (Forecast 3) löst das TBS den internen (positiven oder negativen) Zeitpuffer auf und informiert den Fahrer über die tatsächlich erwartete Ankunftszeit («Überraschungsfunktion»). Dies erspart dem Fahrer zusätzlichen Aufwand (z.B. einen vereinbarten Termin am Zielort zu verschieben oder vorzuziehen), da die verbleibende Fahrtzeit für Anpassungsmassnahmen zu kurz ist.


Herkömmliche Navigationsgeräte zeichnen sich durch eine recht nüchterne Funktionsweise aus: die verbleibende Fahrtzeit und Distanz zum Ziel wird auf Basis eingehender Verkehrsinformationen kontinuierlich aktualisiert. Zeigt der Forecast grössere Störungen, werden Neuplanungen ausgelöst. Das TBS hingegen schafft durch zahlreiche Zusatzfunktionen («Stretch», «Puffer», «Beruhigung», «Überraschung», etc.) ein einmaliges Fahrerlebnis und rechtfertigt so seinen deutlich höheren Preis. Gute Fahrt!